Amazon Keynote · Kindle Paperwhite, Kindle Fire und Kindle Fire HD

Keynote 3 von 5. Nach Nokia und Motorola ist nun also Amazon dran. Wie üblich gibt es vor den eigentlichen Produktvorstellungen auch hier wieder mal ein wenig Geblubber. Jeff Bezos erzählt, dass das Kindle Fire kein Gerät sei, sondern ein Service. Content. Er ist der Meinung, dass Kunden keine Geräte mit Hightech wollen, sondern Gesamtpakete wollen. Hardware, die für sie ausreicht. Und Content. Content. Content. Und davon kann Amazon mehr als genug bieten. 180.000 exklusive Titel.

Und dann geht es auch schon los. Als erstes Gerät stellt man das Kindle Paperwhite vor. Schneeweißes Display mit Beleuchtung und kapazitivem Touchscreen. 212ppi. 8,9mm dünn. Der Akku soll runde 8 Wochen laufen.

Interessantes neues Feature, welches wohl alle Kindle-Modelle (Hard- und Software) bekommen wird: “Time to read”. Anhand eurer Lesegeschwindigkeit wird euch angezeigt, wie lange ihr noch für ein Kapitel oder das ganze Buch benötigen werdet.

Das Kindle Paperwhite gibt es auch mit 3G – die Kosten dafür sind wie gehabt bereits im Kaufpreis enthalten. Das Kindle Paperwhite kostet rund 119 US-Dollar, das Paperwhite 3G 179 US-Dollar. Beide Geräte sind ab dem 01. Oktober (in den USA) erhältlich. Passend dazu gibt es auch einen aktualisierten Kindle für 69 US-Dollar – erhältlich ab dem 14. September.

Nun erzählt Amazon etwas über die Autoren. Wie jemand 60 Bewerbungen für sein Buch geschrieben hat und erst beim 61 Brief angenommen wurde. “kindle direct publishing” – Autoren können sich selbst publizieren. Nett, aber für die Nutzer sicherlich völlig unrelevant wie Autoren ihren Content verbreiten. Trotzdem: Ein (kleiner) Schlag ins Gesicht der Verlage, oder?

Dann gibt es noch “kindle serials”. Kurzgeschichten eines Autors zum Beispiel für 1,99$. Die nachfolge Geschichten gibt es dann kostenlos. Mmh, nett, mehr nicht.

Und nun hat Amazon auf den Putz. Aktualisiertes Kindle Fire. Schnellere CPU, doppelter RAM, längere Akkulaufzeit. Erhältlich ab dem 14. September für rund 159 US-Dollar.

Und nun ganz neu, das Kindle Fire HD. 8,9 Zoll mit einer Auflösung von 1920×1200 Pixel. Macht satte 254ppi. 8,8 Millimeter dünn. Das Display soll angeblich 25% weniger Spiegelungen in der Sonne hervorrufen. 2,4 + 5GHz WiFi; interessanterweise bietet das Kindle HD zwei WLAN-Antennen. Dolby Digital Plus. 16GB interner Speicher. HDMI-Ausgang. Bluetooth.

Featurevorstellung: Immersive Reading. Euch wird ein Hörbuch vorgelesen, parallel dazu bekommt ihr eine Echtzeit-Hervorhebung im Buch. Sicherlich ein nettes Gimmick für Leute mit Leseschwäche. Whispersync. Ihr lest zum Beispiel drei Seiten und wechselt dann auf das Hörbuch. Geht da weiter, wo ihr aufgehört habt zu lesen. Und umgekehrt. Cool.

Auch für  Filme bietet Amazon etwas neues: X-Ray for movies. Während eines Filmes einfach den Kopf eines Schauspielers berühren und ihr bekommt weitere Infos (via IMDB):

Dann noch was zu Spielen. Und zu Facebook. Und Skype. Neuer E-Mail-Client. Eltern können für Kinder eigene Profile einrichten und die Benutzungszeit und -möglichkeiten einschränken. Profile – vermisse ich bei sämtlichen Tablets…

Das 7-Zoll-Kindle-Fire-HD mit 16GB ist für 199 US-Dollar ab dem 4. September zu haben,  Das 8,9-Zoll-Modell (ebenfalls mit 16GB) wird ab dem 1. November für 299 US-Dollar verschifft. Günstig.

Klaro – die Geräte werden subventioniert. Amazon möchte Geld verdienen, indem ihre Kunden die Geräte nutzen. Nicht nur durch den Verkauf. Klaro, können sie machen. Denn nochmals: Sie haben den Content, den die Nutzer wollen.

Nun wird wieder etwas über die Philosophie von Amazon und den Kindles erklärt. 5 Kindle-Generationen gibt es. Dann ein Bild. Sehen wir hier ein Kindle Phone?

Dann wieder zurück zum Preis. Bezos erzählt, derzeit seien 499 US-Dollar typisch für ein Tablet. Doch, was können sie upgraden? Kindle Fire HD mit 8,9-Zoll-Display. 4G LTE. Für besagte 499 US-Dollar – ab dem 20. November. Und einen neuen Dienst gibt es von Amazon: 4G/LTE mit 250 MB im Monat, 200GB Cloudspeicher, 10 Dollar Guthaben für den Amazon Store. Kostenpunkt: 49,99 US-Dollar im Jahr.

Dann beendet Bezos die Keynote. “Best hardware. Best prices. Best content. Best interoperability. Best customer service.”

Das “Kindle paperwhite” klingt reizvoll – leider bin ich persönlich noch nicht bei den eBook angekommen. Mit dem kleinen Kindle Fire hat Amazon sicherlich ordentlich Geräte raus – 149 Dollar scheinen ein neuer Tiefstpreis zu sein. Aber auch die 199 Dollar für ein kleines Kindle Fire HD sind eine Kampfansage – die restlichen Geräte ebenso. Ich hoffe nur, die Geräte kommen nun auch mal nach Deutschland, auf das Kindle Fire wartet man ja noch immer vergeblich. Und? Was sagt ihr so? Hot or not? (via & via)

Geschrieben von

Marcelismus. Hobby-Blogger aus dem Rheinland in den besten 20er Jahren. Appletisiert, aber immer mit einem gesunden Blick über den googlefizierten Tellerrand. Fetischist schicker User Interfaces und Fan von Dingen, die oftmals keinen Nutzen haben, die aber blau leuchten können.