Nokias Reise ins Niemandsland – oder wohin geht die Reise?

Nokia – ein Handyriese im freien Fall? Wenn ich mal so etwa 10 Jahre zurück denke: Es gab nichts anderes. Also gab es schon. Wollt nur keiner. Nokia 5110, Nokia 3210, Nokia 3310, und was weiß ich nicht alles. Gingen weg wie warme Semmeln. Dann kam das Jahr 2007 – das Jahr des iPhones. Seitdem gibt es immer und immer mehr Geräte mit Touchscreens, seitdem ist die Entwicklung von fingerfreundlichen UIs extrem vorangeschritten. Es gab iOS, Android und zuletzt Windows Phone 7. Auch RIM hat die Kurve bekommen und fährt nun auf den Touch-Weltmeeren. Und? Was macht Nokia?

Während die Hersteller Apple, HTC, Samsung und Motorolla, sowie die Systeme iOS und Android immer neue Rekordzahlen vermelden lassen, musste Nokia anfang des Jahres zurückrudern. 2010 verloren die Finnen im Smartphone-Bereich 7 Prozent und fielen auf 31% Marktanteil.

“Derzeit nicht Wettbewerbsfähig” sagt Nokia-Chef Stephen Elop. Übermorgen will Nokia einen neuen Schlachtplan vorstellen – doch, was werden sie machen? Meiner Meinung nach hat Nokia nur noch eine Chance: Sich für Android oder Windows Phone 7 öffnen. Denn die Hardware selbst steht anderen Geräten in nichts nach, Symbian ist das große Problem. Während andere Hersteller sich immer mehr auf das System verlassen und keinen eigenen Store anbieten, ist Nokia ein Einzelnkämpfer: Eigenes OS, eigener (Ovi-)Store, und und und. Das kann nicht gutgehen. Nicht mehr heute, wo Android und iOS in aller Munde sind und Symbian sich einfach nicht mehr weiterentwickelt.

Ich bin mal gespannt, wie Nokia nun reagiert. Stephen Elop selbst mahnte an, dass das iphone bereits 2007 erschienen ist, aber Nokia bis heute nicht dieses “Erlebnis” liefere. Ich jedenfalls hoffe, allein schon aus Nostalgiegefühlen heraus, auf eine Auferstehung des Konkurrenten Nokia. Und dem Markt schaden gute Innovationen sicherlich nicht; und wenn es so weitergeht wie bisher, wird Nokias Reise zwangsläufig im Niemandsland enden…

Geschrieben von

Marcelismus. Hobby-Blogger aus dem Rheinland in den besten 20er Jahren. Appletisiert, aber immer mit einem gesunden Blick über den googlefizierten Tellerrand. Fetischist schicker User Interfaces und Fan von Dingen, die oftmals keinen Nutzen haben, die aber blau leuchten können.