In eigener Sache

OutBank 2, 1Password 4 und Radium 3: Diese pösen, pösen und gierigen Entwickler, die immer nur Geld verlangen

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Mal etwas zu einem Thema, wel­ches nicht erst seit der Ver­öf­fent­li­chung von Ra­dium 3 vor­herrscht, son­dern ei­gent­lich schon zu Zeiten des 1Password 4 und Out­Bank 2 Up­date viele böse Kom­men­tare be­inhaltet. Worum aber geht es? Eine kurze Über­sicht der Lage:

Seit dem Start des App Stores von Apple sind wir es ge­wohnt, dass wir für eine App einmal zahlen müssen und dann aber le­bens­lang mit Up­dates ver­sorgt werden. Wir wissen in­zwi­schen: Up­date = Kos­tenlos. Und in der Regel ist es auch so – egal wie groß die Up­dates auch sind, wir be­kommen sie kostenlos.

Nun kamen je­doch die Jungs von 1Password 4 und Out­Bank 2 daher und haben für die neue Ver­sion Geld ver­langt – und zu guter Letzt auch noch das gleiche Thema mit Ra­dium 3 für Mac OS X. Und schon schauten alle, als hätte man sich Nackt vor einen Schulbus ge­stellt. Ein Up­date? Und das nur gegen Neu­kauf? WTF?! Dabei ver­gessen die­je­nigen wohl ganz gerne, dass solch großen Tools auch sup­portet und wei­ter­ent­wi­ckelt werden wollen und müssen – in der Regel funk­tio­niert das nicht mehr auf Hob­by­e­bene, so­dass es sich hierbei um Leute oder auch Un­ter­nehmen han­delt, die davon Leben. Sie ver­dienen Geld damit, dass sie Soft­ware ent­wi­ckeln – so wie ihr Geld dafür be­kommt, Autos zu re­pa­rieren, Briefe zu ver­teilen, whatever.

Ir­gend­wann ist der Markt ge­sät­tigt, es gibt kaum mehr neue Nutzer, folg­lich bleibt das Geld aus. Die be­ste­henden Nutzer ver­langen aber eine Wei­ter­ent­wick­lung, woher aber die Res­sourcen dafür nehmen, wenn das flie­ßende Geld knapper wird? Diese Tat­sache ist schon seit Be­ginn der Soft­ware­ent­wick­lung so, ist nichts neues heut­zu­tage. Was aber neu ist, ist die an­ge­spro­chene Tat­sache, dass wir kos­ten­lose, auch grö­ßere Up­dates in­zwi­schen als Nor­ma­lität an­sehen – dank des App Stores von Apple, Google und Co.

Be­trachten wir es mal rea­lis­tisch und so, wie es vor den App Stores war: Ihr kauft eine Soft­ware und be­kommt Up­dates be­züg­lich Fehler frei Haus. Fea­tureup­dates? Gibt es auch ab und an – meist be­grenzt, zum Bei­spiel auf die nächste Ver­sion oder für ein Jahr lang. Kommt nun ein neues Ma­jo­rup­date, so ver­liert die alte Li­zenz ihre Gül­tig­keit. Ihr als Be­stands­kunden habt je­doch einen Vor­teil ge­gen­über Neu­kunden, welche den vollen Preis zahlen müssen: In der Regel be­kommt ihr einen Preis­nach­lass ge­währt, so zahlt ihr zum Bei­spiel nur die Hälfte des Preises. Und hey: Dar­über hat sich Jahr­zehnte lang keiner beschwert.

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Welche Mög­lich­keiten haben denn nun Ent­wickler, die ihre Apps über die be­kannten App Stores ver­treiben: Keine. Up­date = Kos­tenlos. Etwas an­deres lassen Apple und Google nicht zu. Sie bieten Ent­wick­lern keine Mög­lich­keit, für ein Up­date Geld zu ver­langen – denn sonst hätten wir dieses Pro­blem nicht. Also müssen Ent­wickler die App als neue App ein­stellen – was be­deutet, dass so­wohl Neu- als auch Be­stands­kunden die App er­neut kaufen müssen. Sollte der Ent­wickler die App für einen Zeit­raum X als kos­tenlos ein­stellen? Könnte er – dann aber würden nicht nur Be­stands­kunden das Up­date kos­tenlos be­kommen, son­dern auch alle an­deren. Zum halben Preis? Ja, so haben es die Ent­wickler von Out­Bank 2, 1Password 4 und Ra­dium 3 getan – und haben Kritik ge­erntet, dass sie so gierig seien. Dabei kommen eben nicht nur die Be­stands­kunden an den halben Preis, son­dern auch jeder an­dere, egal ob er die Ent­wick­lung ir­gend­wann mal un­ter­stützt hat oder nicht. Fair? Mitnichten.

Das Pro­blem liegt also nicht darin, dass euch die Ent­wickler über den Tisch ziehen wollen. Das Pro­blem liegt in der tech­ni­schen Li­mi­tie­rung der App Stores be­graben – würden diese be­zahl­bare Ma­jo­rup­dates (oder Up­grades) zu­lassen, so würde sich die Pro­ble­matik von Innen heraus er­le­digen. Aber so bleibt den Jungs gar keine an­dere Wahl als die Wege zu gehen, die sie ge­gangen sind. Die pösen, pösen Ent­wickler sind auch nur Men­schen, die Geld mir ihrer Ar­beit ver­dienen wollen und müssen – so wie ihr auch.

Bild­quelle I golan­levin Bild­quelle II Justin in SD

Geschrieben von

Marcelismus. Hobby-Blogger aus dem Rheinland in den besten 20er Jahren. Appletisiert, aber immer mit einem gesunden Blick über den googlefizierten Tellerrand. Fetischist schicker User Interfaces und Fan von Dingen, die oftmals keinen Nutzen haben, die aber blau leuchten können.

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