Samsung stellt das Galaxy S4 vor

Samsung stellt das Galaxy S4 vor

Mit dem Galaxy S3 kann Samsung neben dem iPhone 5 eines der erfolgreichsten Smartphones der letzten Jahr vorweisen, heute Nacht um 0:00 Uhr startete die Präsentation des Nachfolgers. Samsung hat es lange geschafft, keinerlei Details nach außen dringen zu lassen – erst in den letzten Tagen konnte man neben technischen Details auch Leaks zum angeblichen Gehäusedesign und den ein oder anderen Funktionen finden. Eines vorab: Die Leaks stimmen alle soweit.

Fangen wir doch erst einmal bei dem Event an. Die Show? Kurios. Viel tamtam, viel Show. Die Meinungen dazu gehen auseinander, aber irgendwie war das ganze ganz Samsung-like. Mir persönlich gefällt der ruhigere Stil von Apple und HTC zum Beispiel jedoch wesentlich besser. Das dazu.

Optisch wurde im Vergleich zu dem Vorgänger nicht viel getan, hier hat Samsung scheinbar seine Designlinie gefunden – gefällt mir persönlich nicht so sehr, ebenso wenig ich ein Freund des Plastiks Polycarbonat. Das S4 ist im Gegensatz zum S3 ein kleines Stückchen größer, allerdings mit 7,9 Millimetern auch etwas schlanker. Die technischen Eckdaten im Überblick:

galaxys4
  • Display: 5 Zoll Full-HD (1920 x 1080 Pixel), Super AMOLED
  • Pixeldichte: 441 ppi
  • CPU: 1.9 GHz Quad-Core Prozessor beziehungsweise 1.6 GHz Octa-Core Prozessor (je nach Markt)
  • RAM: 2 GB RAM
  • Speicher: 16/32/64 GB Versionen (erweiterbar durch microSD mit maximal 64 GB)
  • Akku: 2600 mAh
  • Kamera: 13-Megapixel-Kamera, 2-Megaixel-Frontkamera
  • Konnektivität: GSM/GPRS/EDGE, 3G, LTE (kommt später), WiFi a/b/g/n/ac, NFC, Bluetooth 4.0
  • Sonstiges: Termometer, Barometer, Infrarot-Port, RGB light, Kompass, Gyro, Gesten
  • Abmessungen: 136.6 x 69.8 x 7.9 mm
  • Gewicht: 130 Gramm
  • Farben: schwarz (Black Mist) und weiß (White Frost)

Spannend war auch die Frage, welche Android-Version Samsung beim Galaxy S4 setzen wird. Die Antwort: Auf das aktuellste Android 4.2.2 aka “Jelly Bean”. Wenigstens etwas, dürfte “Jelly Bean” in den Android-Statistiken sicherlich einen großen Schwung nach vorne bringen. Die Software ist es auch, welche wirklich aus der Show herausstach. Logisch: Hardware ist das eine, die breite Schicht der Käufer will aber wissen, was sie damit machen können. Meiner Meinung nach hat Samsung hier wirklich gute Arbeit geleistet und das Android-Stock um ein paar nette Funktionen erweitert – wobei die Jungs den Schwerpunkt hier ganz klar auf die Kamera gesetzt haben.

  • Dual Cam (Kamera): Macht mit beiden Kameras gleichzeitig Bilder, da Bild der Frontkamera wird dabei als Bild-in-Bild auf dem “großen Foto” eingeblendet. Auch GIFs lassen sich damit erstellen, Stichwort: Cinemagram.
  • Sound and Shot (Kamera): Knipst ein Foto und lässt euch (oder euren Modellen) auch noch ein paar warme Worte sagen. Öffnet man dann das Bild, wird dazu der Sound abgespielt.
  • Drama Shot (Kamera): Hiermit werden bis zu 100 Bilder innerhalb von vier Sekunden per Burst Shot aufgenommen; mehrere Bilder können zu einem zusammengefügt werden.
  • Story Album (Kamera): Erstellt automatisch Alben, in dem Bilder zusammengefasst werden, die am gleichen Ort und in einem bestimmten Zeitraum geschossen wurden. Inklusive direkter Upload-Möglichkeit für Facebook.
  • Eraser (Kamera): Bestimmte Objekte aus Bildern entfernen.
  • S Translator: Übersetzer. Nicht nur für Sprache, sondern auch für Content aus verschiedenen Apps. Offline verfügbar.
  • Group Play: Multiplayer-Spiele über ein eigenes WiFi-Netzwerk, auch lässt sich dabei Musik auf acht Geräten gleichzeitig über NFC abspielen.
  • Air Gesture: Die Funktion erkennt Gesten und führt dann diverse Funktionen aus. berühungslos. Wisch nach oben/unten lässt den Content scrollen, gibt aber auch noch andere Gesten.
  • Smart Pause: Das S4 erkennt, ob ihr gerade auf das Display seht oder nicht. Schaut ihr zum Beispiel ein Video und schaut weg, wird dieses pausiert. Fällt euer Blick wieder auf das Display, geht’s automatisch weiter.
  • S Voice Drive: Samsung-eigene Navigationslösung mit Sprachausgabe, auch für Nachrichten und Co.
  • S Knox: Ermöglicht es euch, private und berufliche Daten zu voneinander zu trennen – kennt man ja vom BlackBerry 10.

Das also einmal die meiner Meinung nach interessantesten Software-Features. Ja, gibt es im Prinzip alles auch per Apps, Samsung bietet den Kunden dies aber eben von Haus aus – noch dazu werden wohl viele Features auch für das Galaxy S3 nachgereicht werden. Das Galaxy S4 wird ab Ende April weltweit ausgeliefert, einen Preis gibt es bislang noch nicht. T-Mobile bietet bereits eine Möglichkeit an, das Gerät vorzubestellen – der Preis variiert natürlich je nach gewähltem Vertrag.

Mein Fazit aus der Ferne und ohne das Gerät in der Hand gehabt zu haben? Kuriose Show, unschönes Design, mit 5 Zoll in meinen Augen absolut viel zu groß. Phablet? Smartphone? Man weiß nicht so genau. Technisch sicherlich ein klasse Teil und auch die Samsung-eigenen Softwarefeatures klingen teilweise recht interessant – vor allem aber Air Gesture hat es mir angetan. ;) Aber sind wir mal ehrlich: Bei der Galaxy-S-Reihe ergeht es Samsung vermutlich so wie Apple mit dem iPhone – egal was sie rausbringen, es verkauft sich wie geschnitten Brot. Wird beim Galaxy S4 wohl nicht anders werden… (Bild via Engadget)

Geschrieben von

Marcelismus. Hobby-Blogger aus dem Rheinland in den besten 20er Jahren. Appletisiert, aber immer mit einem gesunden Blick über den googlefizierten Tellerrand. Fetischist schicker User Interfaces und Fan von Dingen, die oftmals keinen Nutzen haben, die aber blau leuchten können.

  • Mathias

    Hier meine ungefragte Meinung:
    Dual Cam: Mist und unnötig. Wer will schon ein Bild auf dem er oben rechts noch in nem Kasten mit drin ist
    Sound and Shot: Mist da wahrscheinlich ein ganz komisches Format gewählt wird (swf?!)
    S Translator: wird wahrscheinlich nicht ansatzweise so funktionieren wie vorgestellt.
    Group Play: sehe da auch den Sinn nicht warum man zusammen Musik hören sollte.
    Smart Pause: stell ich mir unheimlich nervig vor. Manchmal will man das Video einfach nur nebenbei laufen lassen. Wenn das dann immer pausiert würde ich ausrasten.
    S Voice: wird in Deutschland nicht gescheit funktionieren bzw. sehr beschnitten sein.
    S Know: Wenn mein Chef will das ich für die Firma erreichbar bin dann soll er mir gefälligst ein Handy kaufen. Privat / Firma immer auf 2 Geräte auftrennen. Alleine schon wegen der Abrechnung da es ja bei Samsung trotzdem die gleiche SIM ist und mein Chef sicher nicht amused ist wenn ich damit komplett privat rumtelefonier usw.

    Der Rest klingt ok und halbwegs sinnvoll

  • http://www.blogtogo.de Marcel

    So hat jeder seine eigenen Vorlieben und Bedürfnisse, aber mal ein paar Gedanken zu deinen Punkten:

    Dual Cam: Ich find’s nett – lassen sich manchmal feine Dinge mit anstellen.

    Group Play: Stichwort See, ein Smartphone ist zu leise.

    S Knox: Und was, wenn das S4 dein Firmenhandy ist und du somit beides trennen kannst? Gibt ja auch die andere Variante, eben dass es nicht dein Privathandy ist. Kenne viele, die keinen Bock haben trotz Firmenhandy mit zwei Geräten rumzulaufen.