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Twitter limitert API-Nutzung stark · Gehen Drittanbieter-Apps dem Ende zu?

Vor ei­niger Zeit hat Twitter an­ge­kün­digt, die Richt­li­nien für die API-Nutzung ver­schärfen zu wollen; nun hat man ge­nauere De­tails ge­nannt – und genau diese sorgen nun für großen Zünd­stoff. Denn die Än­de­rungen, die in den kom­menden Wo­chen in Kraft treten sollen, be­schränken die Mög­lich­keiten von Dritt­an­bie­tern wie Tweetbot und Co.

So wird die Zahl der Nutzer für Drittanbieter-Tools auf 100.000 Nutzer be­schränkt – mehr Nutzer sind nur mit einer Ge­neh­mi­gung sei­tens Twitter mög­lich und er­laubt. Le­dig­lich für Apps, die be­reits jetzt 100.000 Nutzer be­sitzen, er­höht Twitter die Zahl auf ma­ximal 200% der bis­he­rigen Nutzer. Eine wei­tere Ein­schrän­kung für Ent­wickler: Die Zwangs­au­then­ti­fi­zie­rung. Damit er­hält Twitter Daten dar­über, wer und wie die API nutzt. Bisher konnte jeder frei auf die API zu­greifen, das ist nun also nicht mehr mög­lich. Üb­ri­gens darf ein Client nun nur noch 60 Mal pro Stunde die API auf­rufen, bisher waren es 350 Auf­rufe die Stunde.

Doch auch für die Dar­stel­lung der Tweets gibt es stren­gere Re­geln und Vor­gaben dar­über, wie ein Tweet aus­zu­sehen hat und welche Dinge er be­inhalten muss. So muss zum Bei­spiel der Autor immer neben dem Avatar stehen und auch die Retweet-, Antworten- und Fa­vo­ri­ten­but­tons müssen immer an­ge­zeigt werden, Twitter er­hofft sich hier­durch mehr In­ter­ak­tionen der Nutzer. Tweets müssen quasi immer so an­ge­zeigt und auf­ge­baut sein (auch die Links und deren Ziele), wie die of­fi­zi­elle Anzeige.

Ins­ge­samt sieht die Sache für Tools für Tweetbot nicht gut aus – Be­schrän­kung der Nut­zer­zahlen, Be­schrän­kung der API-Zugriffe, keine ei­gene Tweet­dar­stel­lung mehr. Twitter merkt na­tür­lich, dass an­dere Cli­ents ihre ei­genen das Wasser ab­graben – und auch die Webober­fläche wird sel­tener ge­nutzt. So nun also der Ver­such, mit­tels Be­schrän­kungen und Re­geln dem ent­gegen zu wirken. Sind die neuen API-Regeln und De­sign Gui­de­lines also das Ende von Drittanbieter-Clients?

Nein, sagen Tap­bots, ihres Zei­chen Ent­wickler des äu­ßerst be­liebten und er­folg­rei­chen Cli­ents Tweetbot:

There’s been a lot of fear, un­cer­tainty and doubt ge­ne­rated by Twitter’s la­test an­noun­ce­ment. I wanted to let ever­yone know that the world isn’t en­ding, Tweetbot for Mac is co­ming out soon, Tweetbot for iOS isn’t going anywhere.

Tweetbot hat der­zeit mehr als 100.000 Nutzer, so dass noch eine Jahre ins Land ziehen können, bis man seine An­wen­der­zahl ver­dop­pelt hat. Und selbst wenn das ir­gend­wann mal der Fall sein sollte, sind be­ste­hende Nutzer auf der si­cheren Seite. Wer Tweetbot auf iPhone, iPad und Mac nutzt, gilt als ein­zelner Nutzer.

Also doch kein Ende in Sicht? Nun ja, so halb. Die Be­schrän­kungen könnten neuen Ideen na­tür­lich im Wege stehen, denn wer würde unter diesen Vor­raus­set­zungen noch groß ein (Verdienst-)Modell auf Twitter auf­bauen? Welche Cli­ents nutzt ihr denn so?

Twitter
Ent­wickler: Twitter, Inc.
Preis: Kos­tenlos
Twitter
Ent­wickler: Twitter, Inc.
Preis: Kos­tenlos

Geschrieben von

Marcelismus. Hobby-Blogger aus dem Rheinland in den besten 20er Jahren. Appletisiert, aber immer mit einem gesunden Blick über den googlefizierten Tellerrand. Fetischist schicker User Interfaces und Fan von Dingen, die oftmals keinen Nutzen haben, die aber blau leuchten können.

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