Smartphones: 5 Zoll wohin ich Blicke. Muss das echt sein?!

Seit rund sechs Jahren kennt nahezu jeder einigermaßen Technik-affine Mensch das Wort “Smartphone”. Inzwischen werden Tag um Tag, Monat um Monat und Jahr um Jahr mehr Smartphones verkauft – inzwischen mehr als “normale” Mobiltelefone. Finde ich gut, gerade wenn man es wie ich nutzt: Nicht nur als Spiel- und Facebookgadget, sondern als Schnittstelle im alltäglichen Leben. Einkaufsliste mit der Liebsten? Lichtsteuerung in der Wohnung? All sowas ist inzwischen möglich – und das finde ich eben toll.

Aufmacher

Aber dazu muss ein Smartphone nutzbar sein. Nutzbar darin, dass ich das Gerät so bedienen kann, wie es ursprünglich mal gedacht war: Mit einer Hand. Das erste iPhone vor rund sechs Jahren kam auf für damalige Verhältnisse riesen große 3,5 Zoll. Was hatte ein HTC Prophet von Anno 2006 zu bieten? Dürften 2,8 Zoll gewesen sein – und eine mickrige Auflösung von 240 x 320 Pixel.

Das iPhone kam also mit 3,5 Zoll daher – und sollte es auch noch fast 5 1/2 Jahre behalten; bis dann bekanntlich mit dem iPhone 5 ein rund 4 Zoll großes Display veröffentlicht wurde. Dennoch war es zu diesem Zeitpunkt schon eher eines der kleineren Geräte, wenn man bedenkt, dass das Galaxy S 2010 schon mit gleicher Größe auf den Markt kam. Ich höre heute noch viele potentielle Käufer meckern, dass Teil “sei doch viel zu groß”.

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Dann kam 2011 das Galaxy S2 mit seinen 4,3 Zoll auf den Markt – auch hier das gleiche Geschrei, doch verkauft hat es sich wie warme Semmeln. Das aber sollte dann noch immer nicht die Spitze des Eisbergs sein, denn mit dem Galaxy Nexus topten die 4,65 Zoll das S2 nochmals um 0,35 Zoll. Ich bin ebenso Besitzer eines GNex und habe es einige Zeit lang zwangsläufig nutzen mussen. Fazit? Das Dingen ist mir zu groß. Ich kann die oberen Ecken nicht einhändig mit dem Daumen erreichen – ohne das Gerät in der Hand herumgleiten zu lassen oder die zweite Hand zu nutzen. Es macht mir einfach keinen Spaß.

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Nun gibt es auch noch das Galaxy S3, welches das Problem mit 4,8 Zoll nochmals erhöht – ich hatte es mal kurze Zeit in der Hand und ich glaube, ihr kennt meine Meinung inzwischen. Wenn mir die 4,65 Zoll vom GNex schon als unbrauchbar erscheinen – lassen wir die Meinung zur Größe des S3 mal so stehen. Aber ich meine, dass ich da nicht alleine stehe. Ich bin relativ “normalgroß” und habe recht lange Finger, dennoch kann ich Geräte ab etwa 4,5 Zoll nicht mehr gänzlich einhändig nutzen. Ich kenne ein paar Leute – größere und kleinere – die das Galaxy S3 zum Beispiel mit beiden Händen nutzen müssen. Gerade etwas schmalere und zierlichere Wesen aus der Kategorie “Weibchen”. Ich frage mich ja, wie gerade eine Südkoreanische Firma wie Samsung solche “Plastikbomber” herstellen kann – Asiaten sind ja nicht gerade die größten, oder? ;)

Nu denn, eigentlich sollte man meinen, dass das S3 von der Größe her das Ende darstellen sollte. Vielleicht wird das Display noch etwas größer, die Geräte verlieren an Rahmen, hebt sich dann ja irgendwie auf. Ist teilweise auch so, dennoch fallen aktuelle Geräte, wie sie auf der diesjährigen CES vorgestellt wurden, insgesamt etwas größer aus. 5 Zoll ist aktuell das Maß aller Dinge. 12,7 Zentimeter Displaydiagonale. Beispiele gefällig? HTC Butterfly, Huawei Ascend D2, Sony Xperia Z und das ZTE Grand S. Gibt auch noch etliche andere Geräte, aber die spare ich mir nun einmal.

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5 Zoll. Hallo? Ich will ein Smartphone, ein Mobiltelefon. Kein Tablet. Ein Tablet bediene ich mit zwei Händen, ein Tablet hat eine andere Aufgabe zu erfüllen als ein Smartphone. Nun gibt es natürlich solche, die sagen dass die Geräte keine Smartphones sind, sondern Phablets. Ich hasse dieses Wort. Sind wir mal ehrlich, wo kommen wir da hin, wenn es eine neue Geräteklasse sein sollte? Wir haben dann also ein Smartphone mit an die 4,5 Zoll, ein Phablet mit 5-6 Zoll und ein Tablet mit 7 Zoll? Sorry, aber ich habe doch auch nicht mehrere Autos, nur weil das eine 100 PS und das andere 110 PS bietet – wenn ich mehrere Fahrzeuge habe, dann weil sie unterschiedlichen Nutzen haben; Sportwagen vs. Familienkutsche zum Beispiel.

Phablets sind Smartphones, die mitten im Schwanzvergleich stecken. Ich hab das Größere. Vor ein paar Monaten habe ich mal geschrieben, dass die Pixeldichte die neuen Gigahertz seien – ich glaube, da lag ich falsch: das sind die Displaygrößen. Wenn mir nichts innovatives mehr einfällt, mach ich das Display größer. Aber Größer ist nicht immer besser. Ist ein Smartphone zu groß und nicht mehr mit einer Hand bedienbar, ist es in meinen Augen nicht mehr “smart”. Und wenn ich mich eben so in meinem Umfeld (die meisten sind davon Nutzer der Kategorie “Otto Normal”), dann sind Geräte mit 4 Zoll in Ordnung, 4,5 Zoll sind absolut grenzwertig, alles andere – wie auch schon das S3 – ist “zu groß”… Dem schließe ich mich mal so an. (Bildquellen: 1, 2, 3)

Geschrieben von

Marcelismus. Hobby-Blogger aus dem Rheinland in den besten 20er Jahren. Appletisiert, aber immer mit einem gesunden Blick über den googlefizierten Tellerrand. Fetischist schicker User Interfaces und Fan von Dingen, die oftmals keinen Nutzen haben, die aber blau leuchten können.